Max Czollek, geb. 1987 in Berlin, seit 2009 Mitglied des Lyrikkollektivs G13. Promotion am Zentrum für Antisemitismusforschung, TU Berlin. Initiator des Projekts „babelsprech“ zur Vernetzung junger deutschsprachiger Lyrik. Organisator der Lesereihe Gegenwartsbewältigung und Initiator des „Desintegrationskongresses“ zu zeitgenössischen jüdischen Positionen, beides am Maxim Gorki Theater Berlin, Studio Я. Mit G13 Publikation der Anthologie „40% Paradies“ (luxbooks, 2012) sowie „Das war Absicht“ (SuKuLTuR, 2013). Übersetzungen seiner Gedichte u.a. ins Spanische (pulqui, Argentinien 2015). Czolleks Debütband „Druckkammern“ erschien 2012 im Verlagshaus Berlin, gefolgt von „Jubeljahre“ 2015. Im selben Jahr erschien die Anthologie „Lyrik von Jetzt 3. Babelsprech“ im Wallstein Verlag (hrsg. mit Michael Fehr und Robert Prosser). Jüngste Veröffentlichung „A.H.A.S.V.E.R“ in der Edition Binaer, Verlagshaus Berlin 2016.

 

Aymen Hacen, 1981 in Hammam Sousse geboren, ist Lyriker, Romanautor, Essayist und Literaturwissenschaftler. Von 2006 bis 2008 war er Dozent an der École Normale Supérieure Lyon, danach bis 2013 Assistent an der Université de Monastir in Tunisien. Heute unterrichtet er an der ENS von Tunis. Seit 1999 hat er mehrere Lyrikbände veröffentlicht, zuletzt den Band „Tunisité, suivi de Chroniques du sang calciné et autres polèmes“ (2015). Er übersetzt vom Arabischen ins Französische und umgekehrt, u.a. die Lyrik von Mohamed Ghozzi, Moncef Mezghanni und Adonis. Zahlreiche Essays zum Werk von so unterschiedlichen Autoren wie Cioran, René Char, Mahmoud Darwich, Samuel Beckett, Henri Michaux, Yves Leclair, Pierre-Albert Jourdan, Salah Stétié und anderen. Hacen schreibt außerdem regelmäßig für das Magazin Causeur.

 

Reynaldo Jiménez, 1959 geboren, ist ein peruanischer Lyriker, Herausgeber, Essayist und einer der wichtigsten spanischsprachigen Übersetzer brasilianischer Lyrik, u.a. von Haroldo de Campos, Arnaldo Antunes und Paulo Leminski. Er hat seit 1981 zahlreiche Gedichtbände in unterschiedlichen Ländern veröffentlicht, darunter „Tatuajes“ (Sirirí, 1981), „Las miniaturas“ (Último reino, 1987), „La curva del eco“ (tsé-tsé, 1998; Masmédula, Madrid, 2008), „La indefensión“ (New York, 2001), „Plexo“ (Mexiko, 2009) und „Esteparia“ (Madrid, 2012). Mehrere Essaybände, darunter zuletzt „Informe“ (2014) und „Nuca“ (2015). Herausgeber der Anthologie „El libro de unos sonidos. 37 poetas peruanos“ (1999) sowie der einflussreichen Kunst- und Literaturzeitschrift Tsé=Tsé. Teilnehmer an zahlreichen Festivals in Lateinamerika und Spanien. Jiménez lebt in Buenos Aires.

 

Adi Keissar, Jahrgang 1980, ist Lyrikerin und Journalistin. Sie ist Absolventin der Universität Tel Aviv und Gründerin des Poesie Projekts „Ars Poetica“. Ihr erstes Buch Shahor ‘al Gabbei Shahor („Schwarz auf Schwarz“) erschien 2014 und wurde mit dem Bernstein Preis für Literatur ausgezeichnet. 2015 gewann sie den „Preis für junge Dichtung“ des Ministeriums für Kultur und Sport. Keissar hat zwei Anthologien im Rahmen der „Ars Poetica“ herausgegeben und ist ehemalige Herausgeberin der Abteilung Lyrik des Online-Magazins „Haokets“. Im Mai 2016 ist ihr zweiter Lyrikband "Loud Music" erschienen. Im vergangenen Herbst wurde Keissar von „Haaretz“ als „einflussreichste und herausragendste israelische Dichterin“ der Gegenwart bezeichnet.

 

Dagmara Kraus, 1981 in Wroclaw (Polen) geboren, lebt in Berlin. Studium der Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und des Literarischen Schreibens in Leipzig, Berlin und Paris. Auf ihr Lyrikdebüt „kummerang“ (2012, kookbooks) folgte 2013 „kleine grammaturgie“ bei Urs Engeler/roughbooks. Im Frühjahr 2016 erschien, wiederum bei kooksbooks, „das vogelmot schlich mit geknickter schnute“. Sie hat drei Bände mit Übersetzungen der Gedichte von Miron Bialoszewski aus dem Polnischen veröffentlicht (zuletzt „Vom Eischlupf“, 2015) sowie einen Band mit Lyrik von Edward Stachura. Außerdem Lyrikübersetzungen aus dem Englischen (Tim Turnbull, May Swenson) und Französischen (Olivier Cadiot, Emmanuel Hocquard).

 

Léonce W. Lupette, geb. 1986, lebt als Schriftsteller, Übersetzer (Spanisch, Portugiesisch, Englisch, Französisch) und Literaturwissenschaftler zwischen Buenos Aires und Göttingen. Studium der Komparatistik, Lateinamerikanistik und Philosophie in Buenos Aires und Frankfurt am Main. Von 2012-2014 war er Mitherausgeber der Zeitschrift „Alba. Lateinamerika lesen”. Für den luxbooks-Verlag, in dem seine Lyrikbände „Einzimmerspringbrunnenbuch“ (mit Tobias Amslinger) und „Tablettenzoo“ erschienen, gibt er auch die Lateinamerika-Reihe luxbooks.latin heraus. Zuletzt erhielt er für die Übersetzungen der Gedichte von Charles Bernstein (gemeinsam mit Tobias Amslinger, Norbert Lange und Mathias Traxler) den Preis für internationale Poesie der Stadt Münster.

 

Erín Moure, 1955 in Calgary geboren, ist Lyrikerin und Übersetzerin aus dem Französischen, Spanischen, Galicischen und Portugiesischen. Seit 1979 sind bereits 16 Lyrikbände von ihr in Kanada erschienen. Ihre Übersetzungen wie ihre eigene Lyrik wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. den Pat Lowther Prize und den Governor General's Award. Sie experimentiert mit mehrsprachiger Lyrik ebenso wie mit algorithmengestützten Schreibverfahren. Ihr Gedichtband „Little Theatres / Teatriños“ von 2005, in dem das Galizische und das Englische ineinanderfließen, wurde mit dem A. M. Klein Prize for Poetry ausgezeichnet. Zuletzt erschienen die Bände „The Unmemntioable“ (sic) und „Kapusta“, die sich beide mit Entwurzelung, Vertreibung und der narbenvollen sprachpolitischen Geschichte der westlichen Ukraine auseinandersetzen (von wo ihre Familie stammt). Erín Moure lebt in Montréal.

 

Joanna Mueller, 1979 in Piła geboren, lebt in Warschau. Sie ist Lyrikerin, Essayistin, promovierte Literaturwissenschaftlerin und Literaturkritikerin. 2002 war sie Mitunterzeichnerin des „Neolinguistischen Manifestes“ und debütierte kurz darauf mit ihrem Band „Somnambóle fantomowe“. Sie hat seither eine Reihe von Lyrikbänden veröffentlicht sowie zwei Anthologien zur Lyrik von Autorinnen herausgegeben. Außerdem erschienen zwei Essaybände: „Stratygrafie“ zur Avantgarde der zeitgenössischen polnischen Lyrik und „Powlekać rosnące“ zum Verhältnis von Feminismus, Literatur und Mutterschaft. Mit ihrem neuesten Gedichtband, „intima thule“ (Biuro literackie, 2015), steht sie auf der Short List für den Silesius-Preis, einen der wichtigsten Literaturpreise in Polen.

 

Hans Thill, geboren 1954 in Baden-Baden, ist Mitbegründer des Verlags Das Wunderhorn. Herausgeber der Reihe „Poesie der Nachbarn – Dichter übersetzen Dichter“. Zusammen mit Michael Braun Herausgeber zahlreicher Anthologien. Für „Kühle Religionen“ erhielt er den Peter-Huchel-Preis 2004. Zuletzt erschienen die Lyrikbände „Ratgeber für Zeugleute“ (Brueterich Press, 2015) und „in riso / der dürre Vogel Bin / kälter als / Dunlop“ (roughbooks, 2016). „Writers-for-Peace“-Beauftragter im Präsidium des deutschen PEN. Seit 2010 Leiter des Künstlerhauses Edenkoben. Programmverantwortlicher für den Maghreb-Tag bei den Heidelberger Literaturtagen. Zahlreiche Übersetzungen französischer Literatur v.a. aus dem Maghreb, u.a. Assia Djebar, Abdelwahab Meddeb, Sélim Nassib, Mona Ozouf, Anouar Benmalek.

 

Achim Wagner, 1967 in Coburg geboren, lebt als freier Autor und Übersetzer aus dem Türkischen in Ankara und Berlin. Zu seinen Gedichtbänden gehören „vor einer ankunft“ (2006), „flugschau“ (2011) und zuletzt „hafif coğrafya“ („leichte geografie“), den Achim Wagner in türkischer Sprache verfasst hat. 2014 publizierte er den fotodokumentarischen Band „şiir sokakta“ („Das Gedicht ist auf der Straße“), der Lyrik als Protestform und Straßenkunst in der Türkei abbildet, bei Nika Yayınevi, Ankara. Seit 2011 Moderator der Reihe „Tendenzen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur“ im Goethe-Institut Ankara. Zahlreiche literarische Auszeichnungen und Stipendien. Einladungen zum 10. und 11. Literaturtag an der Technischen Universität des Nahen Ostens (ODTÜ), 2014 und 2015.

 

Uljana Wolf, 1979 in Berlin geboren, Lyrikerin und Übersetzerin, lebt in New York und Berlin. Sie veröffentlichte drei Gedichtbände, zuletzt „meine schönste lengevitch“ (kookbooks 2013), sowie den Essay "BOX OFFICE" (2010). Wolf übersetzt aus dem Englischen (John Ashbery, Yoko Ono, Matthea Harvey, Cole Swensen u.a.) und aus dem Polnischen. 2015 erschien eine Auswahl-Übersetzung der Gedichte von Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki („Tumor Linguae“, Edition Korrespondenzen, gemeinsam mit Michael Zgodzay). Für ihr lyrisches und übersetzerisches Werk erhielt sie zahlreiche Preise, u.a. den Peter Huchel Preis sowie zuletzt den Adalbert-von-Chamisso-Preis. Wolf unterrichtet Deutsch, Poesie und Literarische Übersetzung an der New York University, dem Pratt Institute, der Humboldt Universität Berlin sowie dem Institut für Sprachkunst in Wien.

 

Müesser Yeniay, 1984 in Izmir geboren, gehört zu den wichtigsten jungen Stimmen der türkischen Gegenwartslyrik. Ihr Werk ist weltweit bereits in etliche Sprachen übersetzt – allerdings bislang nicht ins Deutsche. Derzeit promoviert sie über türkische Literatur an der Bilkent-Universität. Müesser Yeniay ist Mitglied des PEN und der Schriftsteller-Gewerkschaft der Türkei. Sie gewann zahlreiche türkische Lyrikpreise, u.a. Yunus Emre (2006), Homeros Attila İlhan (2007), Ali Riza Ertan (2009) und Enver Gökçe (2013), war aber auch für den amerikanischen Pushcart Prize nominiert. Regelmäßige Teilnahme an internationalen Poesiefestivals. Müesser Yeniay ist außerdem Übersetzerin, Essayistin und Herausgeberin der Lyrikzeitschrift Şiirden. Sie lebt in Ankara.